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Die Welt zu Gast in Würges

Die Welt zu Gast in Würges
Die Welt zu Gast in Würges

Eigentlich wie in jedem Jahr, aber in diesem Jahr ganz anders: der Gospelgottesdienst in St. Ferrutius Würges. Gäste aus alle Welt kamen am Sonntag, den 10. Juni in die Taunusgemeinde, um gemeinsam in vielen Sprachen Gott zu loben und zu danken: Menschen aus dem Kongo, aus Nigeria, aus Äthopien sangen zusammen mit Menschen aus Mainz, Niedernhausen, Runkel und Taunusstein. Bereits am Samstag wurde geprobt für diesen Gottesdienst. Leiter des Chores war Simon, ein Theologiestudent, im Kongo geboren und nun in Bonn studierend. Engagiert und temperamentvoll brachte er die Gottesdienstgemeinde zum Mitsingen und Mittun.

Pfr. Joseph Anumnu, Promotionsstudent in St. Georgen, Frankfurt, der selbst aus Nigeria stammt, feierte mit der buntgemischten Gemeinde den Gottesdienst. In seiner Predigt drückte er seine Freude über diese Form des Gottesdienstes aus und sang einen Teil des Hochgebetes in seiner Heimatsprache.

Sr. Helga von den Pallottinerinnen in Limburg sprach über den derzeitigen Stand des Missionsprojektes im Kongo, das die Gemeinde St. Ferrutius seit vielen Jahren unterstützt: ein Gesundheits- und Ernährungszentrum in der Diözese Goma. Es besteht seit 1995. Nach dem Völkermord 1994 gingen einige der ruandischen und der polnischen Pallottinerschwestern mit den vielen Flüchtlingen aus Ruanda in den Kongo. Zuerst halfen sie den vielen Kindern in den Flüchtlingslagern, die von Mangel- und Unterernährung betroffen waren. Den gleichen Dienst begannen sie auch in der Diözese Goma vor allem in Keshero. Beim Vulkanausbruch von Nyiragongo im Januar 2002 wurden viele Häuser durch die Lava zerstört und viele Menschen verloren all ihr Hab und Gut. Die Folge war wiederum Flucht, Krankheit und Unterernährung, viele Menschen flüchteten aus der Gegend. Einige gingen nach Ruanda, andere in die Nachbarprovinzen innerhalb des Kongos.

Die Schwestern erkannten, dass es auch hier notwendig war ein Ernährungszentrum zu schaffen, um die Kinder und ihre Familien in dieser miserablen Situation zu unterstützen. Durch die Folgen des Vulkanausbruchs in Goma wurde das Elend der Flüchtlinge noch verstärkt. Die finanzielle Unterstützung, die aufgebracht wird, hilft dem Krankenhaus, vor allem für die Armen, die Flüchtlinge zu sorgen und die unterernährten Kinder wieder aufzupäppeln und sie gegen Mangelernährung zu schützen.

Jeden Monat

  • kümmert sich das Ernährungszentrum um 90 Fälle von Unterernährung
  • berät und behandelt das Krankenhaus 750 neue Patienten. Die Hauptkrank­heiten sind: Malaria, Typhus, Gastroenteritis, schwere Anämie durch Malaria oder Mangelernährung, Amöben-Dysenterie (Ruhr).
  • werden 400 Fälle stationär behandelt
  • werden 50 bis 60 Kinder auf der Geburtshilfestation geboren. 

Herausforderungen, die sich stellen, sind:

  • Das Krankenhaus behandelt viele arme Leute, besonders Fälle von Unterernährung, die für die medizinische Versorgung, Behandlung und Beratung nichts zahlen können; finanzielle Unterstützung ist in diesem Fall dringend erforderlich.
  • Die Aufnahmekapazität des Krankenhauses reicht nicht aus, es muss erweitert werden.
  • Das Krankenhaus möchte mit einigen Krankenhäusern Europas zusammen arbeiten, um mit dem Erwerb neuer Kenntnisse für das Personal des "La Providence Hospital" zu interagieren. Medizinisches Personal könnte für einige Zeit in unserem Krankenhaus als Freiwillige mitarbeiten. 
  • Einige Geräte wie Röntgengeräte und Mikroskope für das Labor fehlen noch
  • Die Elektrizität ist häufig unterbrochen. So wäre die Installation eines Solar-Systems eine sinnvolle Lösung.

Die Kollekte im Gottesdienst ergab 180,- Euro. Bislang haben die Christen aus Bad Camberg mit rund 25.000 Euro das Gesundheitszentrum unterstützt. Die Schwestern aus dem Kongo, aber auch die Gemeinschaft der Pallottinerinnen in Limburg danken für die finanzielle, aber auch für die spirituelle Unterstützung des Ernährungszentrums und aller, die dort arbeiten.

Wenn auch Sie spenden möchten:

Deutsche Provinz der Pallottinerinnen
Nassauische Sparkasse
IBAN: DE 65 5105 0015 0535 0217 08
BIC: NASSDE55XXX
Stichwort: Gesundheitszentrum im Kongo

 

Text: Anne Schmitt

Bilder: Helmut Bruderek