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Impuls zum Heiligen Josef

Impuls zum Heiligen Josef
Impuls zum Heiligen Josef

Ich stelle immer wieder fest,
dass Jugendliche oft ein feines Gespür haben
für die Befindlichkeit von Menschen.
Sie spüren, was Menschen fühlen,
wie es ihnen geht.
Vielleicht haben sie deshalb einen
so guten Zugang zur Figur des heiligen Josef.

Beim Lesen der biblischen Texte
haben sie oft Mitleid und Verständnis
für den „armen Kerl“.

Die Frau, die er liebt, erwartet ein Kind.
Und er selbst ist nicht der Vater dieses Kindes.
Seine Enttäuschung und Verletzung ist sicher groß gewesen.

Viele der Jugendlichen
können sich daher auch eine andere Reaktion
des enttäuschten Liebhabers vorstellen.

Deshalb bewundern sie die Haltung des heiligen Josef:
Wie tief seine Liebe zu Maria immer noch ist,
dass er sie trotzdem nicht bloßstellen,
sondern sich in aller Stille
von ihr trennen will.

Aber dies ist ja nicht das Ende dieser Geschichte.
Wir hören vom Eingreifen Gottes,
der ihn durch die Botschaft des Engels
als Vater seines Sohnes einsetzt –
mit allen Rechten und Pflichten.

Er erkennt Jesus als sein Eigen an.

Was fällt bei Josef und Maria auf?
Gott fragt zuerst den Menschen:
Willst Du, bist Du bereit,
den Weg zu gehen?

Das „Ja“ Mariens
zum Engel bei der Verkündigung Jesu
war Voraussetzung für Gottes Plan mit uns Menschen.

Wir sind keine Marionetten Gottes,
er respektiert unser Grundrecht auf Freiheit.

Auch Josef spricht sein „Ja“,
er übernimmt als Ehemann und Vater
die Verantwortung für Maria und Jesus.

Im Gespräch mit den Jugendlichen
kommt oft die Frage auf,
warum Gott sich so sehr von Menschen abhängig macht?
Und ein so großes Risiko damit eingeht?

Wenn wir die Freiheit des Menschen ernst nehmen,
hätte Maria oder Josef auch „Nein“ sagen können.

Zugegeben: es sind spekulative Fragen.
Fragen, die allerdings einen wesentlichen Kern
göttlichen Handelns beleuchten.

Gott spricht konkrete Personen persönlich an.
Er gibt ihnen Einblick in seine Pläne,
lässt sie daran teilhaben
nach dem Motto:
Das habe ich vor.
Das wünsche ich mir von Dir.
Bist Du bereit mitzumachen,
kannst du dich darauf einlassen?

Und die Angesprochenen behalten ihre Freiheit
Ja oder auch Nein zu sagen.

Maria und Josef haben beide
auf unterschiedliche Weise „Ja“ gesagt.

Aber die Jugendlichen haben Recht:
Gott hat ihnen nicht die Freiheit genommen.
Sie hätten durchaus auch ablehnen können.

Unsere Begriffe des 21. Jahrhunderts,
waren damals schon aktuell

Individualität – Partizipation – Freiheit.
Gott fragt uns als freie Menschen.
Er achtet unsere Grundrechte,
unsere freie Entscheidung,
will uns einbinden in sein Heilshandeln.

Gott braucht uns
in unserer Unterschiedlichkeit
auch für seinen Heilsplan in der heutigen Zeit.
Er klopft bei jedem auch heute an.
Ich darf dabei meinen ganz
persönlichen Beitrag einbringen.

Ist das nicht faszinierend:
Gott möchte mich so, wie ich bin.
Und braucht mich so, wie ich bin.

Durch die Begabungen und Fähigkeiten,
die er mir schenkt,
ruft er mich in seine Nachfolge,
in die Kirche.

Es gibt so viele Möglichkeiten,
die Liebe zu Gott und zum Nächsten zu bezeugen.
Und ich darf dies mit meinem
persönlichen Begabungen tun.

Gott nimmt mir dabei nicht meine persönliche Freiheit,
sondern fordert sie geradezu ein.

Die Liebe zu mir selbst,
die Jesus in seinem Liebesgebot auch fordert,
gebietet es ja geradezu,
nicht alles zu tun,
sondern in aller Freiheit abzuwägen und zu entscheiden:
Wo möchte ich Zeugnis geben?
Wofür bin ich nicht so gut geeignet?

Individualität – Partizipation – Freiheit.
In diesen Begriffen
drückt sich ein Teil der Befindlichkeit
des modernen Menschen aus.
Mit einem bißchen Mut
können wir diese Befindlichkeit
schon in den so alten Texten der Bibel entdecken.

An einem aber kamen Maria und Josef nicht vorbei
und wir kommen auch nicht daran vorbei:
eine Antwort auf Gottes Anfrage an uns zu geben.

Der heilige Josef.
er ermutigt uns
Gott zu vertrauen
und ihm
mit einem klaren und entschiedenen
„Ja“! zu antworten.

 

Joachim Wichmann, Pfarrer

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