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Ruhramt unter Corona-Bedingungen

Ruhramt unter Corona-Bedingungen
Ruhramt unter Corona-Bedingungen

1872 erlebte Haintchen eine Ruhr-Epidemie, 50 Menschen erkrankten und 17 verstarben an der Krankheit. Nach dem Fehlschlagen aller ärztlichen Bemühungen riefen die Bewohner die Hilfe Gottes an. Damals trug der Priester in einer Prozession das Allerheiligste in der Monstranz durch die Straßen des Dorfes und machte an jedem Haus halt, in dem erkrankte Mitbürger wohnten, um dort den Segen zu sprechen. Am Ende der Prozession wurde der Segen allen Gläubigen gespendet. Danach verstarb niemand mehr an der Ruhr. Aus Dankbarkeit gelobten die Einwohner von Haintchen, jährlich ein Dankamt, das sog. „Ruhramt“ mit einer anschließenden Prozession abzuhalten.

In diesem Jahr stand dieses Amt unter dem Zeichen der weltweiten Corona-Pandemie. Nur 32 Besucher waren in der Kirche möglich, so dass die Ortsvereinsfahnen und die Fahne der Kirmesburschen und -mädchen die Gemeinde repräsentierten. In seiner Predigt verband Pfarrer Joachim Wichmann die Situation vor 148 Jahren mit der heutigen Situation und betonte, dass auch heute das Gebet eine Hilfe für alle Kranken sein kann und gleichzeitig auch der Dank für die Gesundheit nicht zu kurz kommen sollte.


Im Anschluss an das Ruhramt ging er mit dem Allerheiligsten in der Monstranz und begleitet von 6 Messdienern sowie Nicole Grund mit der St. Nikolaus-Fahne auf einen Gedenkgang durch den Ort. Die Menschen standen im Abstand an den mit Fahnen geschmückten Häusern. Bei der Christkönigskapelle wurde die kleine Gruppe von den Haintchener Musikern erwartet, die bereits in der Zeit des Lockdowns für die Bürgerinnen und Bürger Musik machten. Die Musiker begaben sich direkt zum Kirchenvorplatz, wo auch die Kirmesburschen und -mädchen und weitere Besucher mit Abstand warteten. Auch dort wurde das Allerheiligste musikalisch begrüßt. Pfarrer Wichmann spendete dann in der Kirche, in der die Gläubigen, die am Gottesdienst teilgenommen hatten auf ihn warteten, den Sakramentalen Segen, der auf den Vorplatz übertragen wurde.


Die einhellige Meinung der Haintchener war, dass es eine bewegende und ergreifende Feier war. André Bördner drückte es so aus: "Der Dank gilt allen Mitwirkenden und Verantwortlichen, die das Gelübde in verantwortungsvoller Weise für unsere Gemeinde erwiesen haben." Diesen Worten schließt sich die Pfarrei als Ganzes von Herzen an.

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